Donnerstag, 14. November 2013

Schicksalsboten gesichtet!!!

Heute möchte ich euch meine Geschichte mit den Schicksalsboten erzählen. Lest sie zu Ende, erzählt uns eure Geschichte in ein paar Sätzen und es erwartet euch ein tolles Gewinnspiel!

Viel Spaß!!



Für ein Kind ist alles ganz einfach. Ihr Weg wird im Wesentlichen von den Eltern vorbestimmt. Zwar wird es in späteren Jahren die eine oder andere Abzweigung nehmen, die nicht in der Intention der Eltern lag, aber es wird immer auf dem bauen, was ihm zu Beginn des Lebens mitgegeben wurde. So manches Mal greift das Schicksal aber schon in diesem frühen Stadium entscheidend ein. Ich weiß nicht, ob Schicksalsboten dabei eine Rolle gespielt haben, dass ich nicht bei meinen Eltern aufwachsen konnte. Womöglich haben sie auch in der Situation dafür gesorgt, dass sich Pflegeeltern stattdessen so liebevoll um mich gekümmert haben. Ganz gewiss hatten sie aber ihre Hände im Spiel, als meine Schwester sich entschloss, nach mir zu suchen.
Ich war gerade fünfzehn und wusste nur, dass ich eine Schwester hatte. Wir waren uns nie begegnet. Es gab viele Momente, in denen ich mich danach sehnte, sie einmal zu treffen, mit ihr zu sprechen. Wie würde sie sein? War sie der Mensch, mit dem ich mein Schicksal teilen und mit dem ich darüber sprechen konnte? Ob nun durch Schicksalsboten oder durch die Magie der geschwisterlichen Verbindung bleibt unbekannt, aber genau zu diesem Zeitpunkt hatte sie begonnen, nach mir zu forschen. Vielleicht saßen Schicksalsboten zu diesem Zeitpunkt im Jugendamt, denn dieses und unser Opa half ihr, mich ausfindig zu machen.
Die zuständige Sachbearbeiterin rief bei meinen Pflegeeltern an und sprach mit meiner Pflegemutter und erklärte ihr alles. Sie kam auf mein Zimmer, da ich krank war und teilte mir mit, dass die Frau vom Jugendamt angerufen hätte und meine Schwester sich gemeldet hätte und mich gerne kennenlernen würde. Ich wusste erst mal gar nicht was ich sagen sollte, aber ich war zum einen sehr erfreut, andererseits hatte ich auch Angst. Angst davor, wie meine Schwester wohl sein würde, wie es weitergehen wird und vor allem hatte ich davor Angst, dass meine leiblichen Eltern was mitbekommen und mich zurück zu sich holen würden. Was ich auf keinen Fall wollte.
So besprach ich dies mit meinen Pflegeeltern und erklärte ihnen meine Gefühle und Ängste. Sie sagten mir dass sie voll hinter mir stünden.
Ich rief das Jugendamt zurück und sagte ihnen, dass es ok wäre, wenn sie mit mir Kontakt aufnimmt, allerdings nur unter der Bedingung, dass unsere Eltern davon nichts erfahren.
Es vergingen ein paar Tage als ein Brief von ihr im Briefkasten lag. Mit zitternden Händen öffnete ich den Umschlag und las den Brief. Sie erzählte mir von sich und was damals alles geschehen ist und warum ich zu Pflegeeltern kam. Sofort schrieb ich ihr zurück und rannte jeden Tag voller Sehnsucht an den Briefkasten in der Hoffnung es wäre wieder ein Brief drin.
Wir schrieben uns eine Zeit lang und fingen auch an zu telefonieren und ich beschloss mit meinen Pflegeeltern zusammen sie einzuladen. Sie sagte zu und wir fanden ein Wochenende wo passte.
Das Wochenende rückte näher und ich war super nervös. Sie schrieb mir immer wieder wo sie war und wann sie ungefähr ankommen würde. Voller Erwartungen stand ich am Fenster als sie auf der anderen Straßenseite parkte. Mein Herz fing an zu flattern, mir wurde schlecht und meine Hände waren schweiß nass.
Sie stieg aus und wir öffneten ihr die Tür und empfingen sie, jeder mit einer roten Rose in der Hand. Wir hatten sofort das Gefühl uns schon jahrelang zu kennen und führten an diesem Wochenende sehr lange Gespräche. Ich war sehr traurig als das Wochenende so schnell vorbei war. Seit dem Schreiben, Telefonieren oder besuchen wir uns regelmäßig und ich habe auch meinen Opa und meine Eltern in der Zwischenzeit kennen gelernt.
Dieses erste Treffen mit ihr und dass wir uns von nun an hatten, war bestimmend für mein ganzes Leben danach. Die Schicksalsboten, die daran beteiligt waren, sind gemäß ihrer Aufgabe immer unsichtbar geblieben, aber ich bin ihnen von Herzen dankbar.

Auch wenn die Schicksalsboten in Vera Nentwichs Rausgekickt-Romanen nicht immer Sympathieträger sind, so schaffen sie es dennoch, bewusst oder unbewusst, das Leben vieler Menschen zum besseren zu führen. Sicher kennt ihr auch diese kleinen oder großen Ereignisse, die euer Leben letztlich bereichert haben. Vielleicht ist euch dies erst Jahre später bewusst geworden. 

Erzählt uns davon und gewinnt eines von drei eBooks von „Rausgekickt: Blaue Vögel“. Ich bin gespannt darauf, wie das Schicksal und deren Boten euer Leben verändert haben.