Hallo und herzlich willkommen zur Blogtour "Als wir Charleston tanzten" von Isabella Benz. Nachdem ihr nun schon wisst um was es im Buch geht, Berlin in den 20er, sowie die Protagonisten kennengelernt habt und über das Auto einiges erfahren habt, darf ich euch heute zum Autoreninterview einladen. Isabella hatte den Mut und hat sich meinen Fragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen.
Kurzer Steckbrief:
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| Isabella Benz, Copyright by Isabella Benz |
Name: Isabella Benz (Pseudonym)
Wohnort: aktuell Tübingen
Homepage: www.isabella-benz.de
bisher veröffentlichte Werke:
Als wir Charleston tanzten, Forever by Ullstein
Die Dämonen von Lorch, Ammianus-Verlag
Novellen und Anthologien im Burgenwelt-Verlag
11 Fragen an die Autorin
1. Stell dich bitte kurz für die Leser vor.
Hallo ihr Lieben, mein Name ist Isabella Benz. Ich studiere
seit mittlerweile fast fünf Jahren evangelische Theologie auf
Pfarramt, bin also im Endspurt und damit angehende Pfarrerin.
Aufgewachsen bin ich am Rand einer beschaulichen Kleinstadt in der
Nähe von Stuttgart. Ich bin sehr tierlieb, spiele Cello und singe.
Ja, und neben dem Studieren und meinen anderen Hobbies schreibe ich
auch für mein Leben gern Geschichten!
2. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe sehr früh angefangen, alle möglichen Wälzer zu
verschlingen, also schon in meiner Grundschulzeit den Herrn der Ringe
gelesen und Michael Endes Unendliche Geschichte – eben alles, was
Mama so im Bücherregal stehen hatte. Vor allem die Fantasyromane
haben es mir als Kind angetan und ich wollte unbedingt selbst
Abenteuer in so einer Fantasywelt erleben. Ja, und irgendwann habe
ich diese Abenteuer dann aufgeschrieben. So fing alles an …
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| Isabella an ihrem Lieblingsschreibplatz, Copyright by Isabella Benz |
3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Hast du ein bestimmtes
Schreibritual vor, während oder nach dem Schreiben?
Dadurch, dass ich häufig zwischen meinem Heimatort und meinem
Studienort pendle, habe ich gar keinen so festen Arbeitsplatz. Wobei
… ich schreibe meistens im Bett *chrm* Fragt mich nicht warum, aber
ich bin tatsächlich produktiver und kreativer, wenn ich die Beine
hoch legen kann. Was lange auch gut ging, war ein sehr bequemer
Sessel, wo ich die Beine eben auch auf einem Beistelltischchen
ablegen konnte. Also: Beine hoch, Laptop auf den Oberschenkeln, das
ist meine typische Arbeitspose. Ab und an tun mir aber auch
Ortswechsel sehr gut, wobei ich das lieber in die nächste Frage
packe:
4. Was tust du bei einer Schreibblockade?
Ich wechsle den Ort! In meinem Studienort gehe ich dann in die
Bibliothek, zuhause war es der Wechsel zwischen meinem Zimmer,
Garten, Balkon, Wohnzimmer oder ganz gerne auch zu den Pferden. Das
hat bislang noch jede Schreibblockade zum Einsturz gebracht. Richtig
krasse Schreibblockaden hatte ich deshalb auch noch nie, wenn dann
eher wegen Prüfungen keine Zeit zum Schreiben, aber sobald ich Zeit
habe, mich hinzusetzen, kriege ich in der Regel auch irgendwie etwas
auf die Reihe – Gott sei Dank ;)
5. "Als wir Charleston tanzten" spielt im Berlin der
20er Jahre. Diese Zeit ist eine große Leidenschaft von dir. Warum?
Was ist für dich das Besondere daran?
Zum einen finde ich es erstaunlich, wie viele Parallelen sich
zwischen heute und damals ziehen lassen. Nach dem ersten Weltkrieg
mussten viel mehr Frauen arbeiten gehen, d.h. die Emanzipation war in
dieser Zeit schon extrem weit vorangeschritten (auch wenn sie durch
den Nationalsozialismus dann wieder zurückgedrängt wurde), auch die
Homosexualität wurde teilweise brennend öffentlich. Und dann gibt
es ganz prinzipiell dieses Lebensgefühl, seine Sorgen im Feiern
durch die Nächte zu verdrängen. Neben diesen Ähnlichkeiten finde
ich die Kleider und die Accessoires klasse, die nun doch irgendwie
ganz anders sind, aber extrem cool! Ich könnte noch mehr davon
schwärmen, aber vielleicht lässt sich das folgendermaßen
zusammenfassen: Die Zwanziger haben so viele unterschiedliche
Facetten, dass sie mir auf der einen Seite immer greifbar nah und auf
der anderen unerreichbar fern erscheinen. Und diese Spannung finde
ich unglaublich reizvoll.
6. Welcher Protagonist war zuerst in deinen Gedanken da? Gibt es
eine Verbindung zwischen dir und diesem Protagonisten?
Eigentlich waren Mary und Richard relativ zeitgleich da, beide unter
den sehr vagen Gesichtspunkten: „Emanzipierte Büroangestellte“
und „Leidenschaftlicher Eintänzer“. Verbindungen gibt es
natürlich, sie sind immerhin meine Charaktere *lach* Die Verbindung
zu Mary ist vielleicht, dass ich wirklich sehr viel für meine
Familie mache(n würde), wobei ich auch weiß, dass ich mich immer
auf sie verlassen kann.
7. Wie ist die Idee zu diesem Roman entstanden?
Zunächst war einfach nur die Anregung da, doch einmal etwas zu
schreiben, das zurzeit der Zwanziger Jahre spielt. Relativ schnell
habe ich mich dann für Berlin als Handlungsort entschieden. Bei der
Recherche bin ich bald auf die arbeitenden Frauen und auf den Beruf
des Eintänzers gestoßen. Ich würde sagen, diese Aspekte zusammen
genommen waren die Geburtsstunde der Romanidee.
8. Welches ist deine Lieblingsstelle im Buch?
Ich
mag gerne Szenen, in denen meine Protagonistin einen kurzen Ausflug
in ihre Kindheit machen, deshalb ist eine meiner Lieblingsstellen
folgende:
„Unter
Richards Füßen raschelte das Laub und ab und an knirschten grüne
Kastanien, die zu früh vom Baum gefallen waren. Bei jedem Schritt
schlug der schwere Koffer gegen sein rechtes Bein. Dennoch
marschierte er unbeirrt die breite Allee entlang. Auf der
gegenüberliegenden Straßenseite kam ihm ein Passant entgegen, doch
Richard hielt den Kopf gesenkt, auch als der Berliner ihm im breiten
Akzent ein „Tachchen“ entgegenwarf. An der Straßenkreuzung hielt
er inne und sah sich um. Wie lange war es her, dass er das letzte Mal
hier herumgetollt war?
„Auf,
auf, Tante Susanne wartet mit dem Tee!“, trieb Mutter ihn und die
beiden älteren Burschen an, während Minna, seine Schwester,
fröhlich von einem Bein auf das andere hüpfte. Ihre blonden Zöpfe
sprangen auf und ab und das Kleid flatterte ungebührlich. Aber bei
einer Sechsjährigen war man noch nachlässig mit so etwas.
Richard
presste die Lippen aufeinander und die Erinnerung verblasste im
Angesicht der Gegenwart. Er war kein Kind mehr, und er war nicht
hier, um der Schwester seiner Mutter einen Anstandsbesuch
abzustatten, nein, diesmal verfolgte er andere Pläne.“
9. Wo hattest du am meisten Schwierigkeiten beim Schreiben?
Große Probleme hat mir die Szene gemacht, in der Mary sich
entscheidet, Friedrich zu heiraten. Ich konnte ihre Beweggründe gut
nachvollziehen, aber in mir war ständig diese innere Stimme die
„Nein, tu’s nicht!“ geschrien hat *seufz*
10. Gibt es gerade ein neues Projekt an dem du arbeitest? Auf was
dürfen wir uns von dir als nächstes freuen?
Ich arbeite aktuell an zwei Dingen: Zum einen überarbeite ich
den 3. Band einer längeren Fantasy-Reihe, die ab September in einem
sechs- bis neunmonatigen Zyklus im Weltenschmiede-Verlag erscheinen
wird, zum anderen recherchiere ich gerade für einen weiteren
Historienroman über Richard Löwenherz. Wenn alles gut geht, wird
das mein diesjähriges National-Novel-Writing-Month-Projekt *grins*
11. Was wolltest du schon immer mal deinen Lesern sagen?
Leute, ihr seid klasse! <3
Vielen lieben Dank Isabella für das interessante und ausführliche Interview. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinen Büchern.
Gewinnspiel
Kommen wir nun zum Gewinnspiel. Isabella hat sich ein paar tolle Preise für euch einfallen lassen und diese zeige ich euch hier:
Aber einfach so bekommt ihr die Preise natürlich nicht. Ihr müsst was dafür tun. Beantwortet folgende Frage als Kommentar und schon seid ihr im Lostopf:
Welche Frage habt ihr noch an Isabella? Was möchtet ihr noch von ihr wissen?
Das Kleingedruckte nämlich die Teilnahmebedigungen findet ihr hier auf Isabellas Seite.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 02.08.2015 um 23:59 Uhr und die Gewinner werden am 03.08. auf den teilnehmenden Blogs bekannt gegeben.
Morgen geht es bei Aefkaeys World of Books mit dem Thema "Die Tänze und die Kleidung der 20er Jahre" weiter.
Hier nochmal der Fahrplan im Überblick:
26.07.
Buchvorstellung
27.07.
Berlin in den 20ern
28.07.
Vorstellung der Charaktere
29.07.
Das Automobil
30.07.
Autoreninterview
< bei mir >
31.07.
Die Tänze und Kleidung der 20er
01.08.
Interview mit Richard und Mary
02.08.
Die Frage nach der "Liebe"



