Hallo liebe Leser,
ich darf euch zum zweiten Tag der Blogtour "Mutterland: In der Hitze Afrikas" herzlich begrüßen.
Gestern hat euch Marie das Buch vorgestellt und ich habe die Gelegenheit bekommen Alesia Fridman über ihr Buch zu befragen.
Meine Rezension zum Buch findet ihr übrigens hier.
1. Du warst ja selbst schon zweimal in Namibia. Während des Lesens merkt man die Liebe von dir zu diesem Land sehr deutlich. Hattest du die Idee für den Roman schon als du das erste Mal nach Namibia bist oder ist er erst hinterher entstanden?
Die Idee für den Roman hatte ich erst einige Jahre nach meinen Reisen. Das Land hat mich sehr fasziniert, aber die Idee hat sich allmählich entwickelt. Meine zweite Reise nach Namibia habe ich mit einer Gruppe von Freunden unternommen. Diese drei Wochen sind mir in Erinnerung, wie das Eintauchen in eine andere Welt. Aus dieser Erinnerung heraus entstand der Gedanke, dass sich in so einer ungewöhnlichen Atmosphäre auch zwischenmenschlich etwas sehr Ungewöhnliches abspielen könnte. Etwas, das in Deutschland nie passiert wäre und das man sich auch vorher nicht hätte vorstellen können.
2. Wie lange hast du gebraucht bis das Buch fertig war? Also von der Idee bis zum letzten Wort? So circa?
Ideen schwirren einem ja manchmal jahrelang im Kopf herum, doch von der konkreten Idee zu einem Buchplot bis zur Veröffentlichung hat es etwa zwei Jahre gedauert.
3. In der Handlung übernachten die Protagonisten an vielerlei Orte. Hast du die Übernachtungsmöglichkeiten selber getestet oder sind sie deiner Fantasie entsprungen?
Da ich teilweise recht kritisch über die Farmbesitzer geschrieben habe, existieren die meisten Übernachtungsmöglichkeiten nicht real. Es gibt die Camps im Etosha-Nationalpark und den Zeltplatz im Sossusvlei, auf dem wir auch übernachtet haben, und den beiden anderen Zeltplätzen in Homeb und bei Grashoek. Natürlich habe ich aber bei der Beschreibung einiger der Übernachtungsmöglichkeiten auf ein paar Details zurückgegriffen, die tatsächlich so waren, wie wir es erlebt haben. Das Erlebnis mit den toten Insekten auf den Betten hatten wir wirklich auf unserer Reise.
4. Welcher Charakter war zuerst da? Warum gerade diese Person? Und gibt es einen Grund warum alle vier Ärzte sind?
Als Autorin habe ich die überraschende Erfahrung gemacht, dass die Charaktere eine Eigendynamik entwickeln. Das ist wahnsinnig spannend, denn man kann sich beim Schreiben von seinen eigenen Figuren überraschen lassen. Tara war zuerst da und dann Michael, doch keiner der vier Protagonisten hat am Ende den Charakter und die Eigenschaften aufgewiesen, mit denen ich zu Beginn gerechnet hatte. Alle vier sind Kollegen. Das habe ich so gewählt, weil sie sich gut kennen mussten und einander gut genug für so eine gemeinsame Reise vertrauen mussten, ohne besonders intensiv miteinander befreundet zu sein. Wenn man vorwiegend beruflich miteinander zu tun hat, lernt man sich auf einer Reise, bei der man tagelang sehr eng miteinander verbunden und aufeinander angewiesen ist, sehr viel besser kennen. Dadurch können sich auch Emotionen und Konflikte, denen man zuvor aus dem Weg gegangen ist, ihren Weg an die Oberfläche bahnen.
5. Taras Familiengeheimnis hängt mit einem Zwillingsdiamanten zusammen. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Und gibt es eine Übersetzung für dessen Namen "Ntaikxoana"?
Die Idee zu dem Zwillingsdiamanten kam mir erst, als ich bereits zu schreiben begonnen hatte. Er sollte der rote Faden sein, der durch die Geschichte führt. Außerdem spiegelt der getrennte Zwillingsdiamant Taras Zerrissenheit zwischen ihren schwarzen und weißen Wurzeln wieder. Die Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Identität ist für Tara sehr aufwühlend, da sie sich in ihrer Haut immer etwas fremd gefühlt hat. Diese Emotionen machen sie noch anfälliger für das, was sich zwischenmenschlich zwischen den vier Reisenden abspielt. Ntaikxoana oder N=ai!xoana, wie man es schreibt, um die Klicklaute, mit denen das Wort ausgesprochen wird zu verdeutlichen, ist wie auch im Buch beschrieben, ein Wort aus der Sprache der San, der Buschmänner des südlichen Afrika. Auch die Übersetzung, die im Buch beschrieben wurde: „der Grund, warum ich weiterlebe“, ist meines Wissens nach, die korrekte. Bei meinen Recherchen zu den San bin ich auf diesen Begriff gestoßen und fand ihn sofort perfekt, um die Hoffnung auszudrücken, dass es dem geliebten Menschen, von dem man getrennt wurde, gut geht und dass man ihn vielleicht einmal wiedersehen wird. Und dafür stehen ja die getrennten Zwillingsdiamanten.
Vielen lieben Dank Alesia für die ausführlichen Antworten. Morgen geht es bei Jacqueline mit einem tollen Bericht über Afrika weiter.
Gewinnspiel
Um für folgende tollen Gewinne in den Lostopf zu kommen, beantwortet mir folgende Frage:
Wart ihr schon mal in Afrika bzw. in Namibia? Oder habt ihr vor dieses Land noch zu besuchen?
Und das sind die Preise:
1. Preis:
Taschenbuch Mutterland, Lesezeichen und 15 Euro Amazon-Gutschein
2. Preis:
Taschenbuch Mutterland, Lesezeichen und 10 Euro Amazon-Gutschein
3. Preis:
Taschenbuch Mutterland, Lesezeichen
Ausgelost wird unter allen kommentierenden Bewerbern
Die Teilnahmebedingungen:
- Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
- Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
- Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
- Keine Haftung für den Postversand
- Versand der Gewinne innerhalb Deutschland - Österreich - Schweiz
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
Hier nochmal der Blogtourfahrplan in der Übersicht:
2.5. Buchvorstellung
3.5. Recherche zum Buch
4.5. Afrika
5.5. Charaktere
6.5. Interview
7.5. Gewinnerbekanntgabe
auf allen teilnehmenden Blogs
