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| Vera Nentwich, Foto: Privat von Vera Nentwich |
Kurzer Steckbrief:
Name: Vera Nentwich
Geburtsjahr: 1959
Wohnort: Willich
Homepage: http://www.vera-nentwich.de
bisher veröffentlichte Werke:
- Wunschleben (20. Dezember 2012) ASIN:
B00AWLPW64
- Rausgekickt: Weiße Sterne (9. Juni
2013) ISBN: 978-1481978163
- Rausgekickt: Blaue Vögel (31. August 2013) ISBN: 978-1492317562
10 Fragen an die Autorin:
1. Würdest du dich bitte noch kurz für
meine Blogleser vorstellen?
Meine Name ist Vera Nentwich, ich bin
Jahrgang 1959 und Sternzeichen Krebs, ein typischer Krebs, wie es
Expertinnen in meinem Umfeld behaupten. Manche Menschen bezeichnen
meinen Lebensweg als bewegt. Man selbst sieht dies ja gelegentlich
anders. Ich bezeichne mich gern als Frau mit männlichem
Migrationshintergrund, weil ich ursprünglich mal als Junge auf die
Welt gekommen bin. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich mich und die
Umwelt davon überzeugt hatte, dass es ein Irrtum war. Bis dahin
hatte ich einige klassische Schritte bereits hinter mir. Eine
Ausbildung, Studium der Verfahrenstechnik, dann ein erster
Geschäftsversuch im Direktvertrieb, Einstieg in die IT-Branche und
die erneute Selbstständigkeit. Vor zwanzig Jahren startete dann das
wirkliche Leben. Ich begann, meine Kreativität auszuleben. Sei es in
diversen Theaterprojekten, beim Singen, Gitarre spielen, Songs
basteln oder natürlich dem Schreiben.
2. Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich schreibe, solange ich denken kann.
In der Schule bekam ich eine Fünf in Deutsch wegen zu viel Fantasie.
Die Aufforderung, doch mal mehr zu schreiben als Kurzgeschichten oder
Kolumnen, wurde an mich schon lange herangetragen. Es gab auch immer
mal wieder Versuche, die nie zum Ende gekommen waren. Ich habe über
sechs Jahre eine regelmäßige Kolumne geschrieben und viele der
Leser forderten mich immer wieder auf, mehr zu schreiben. Vor drei
Jahren gelang es mir, einen Ansatz zu finden, der mich nicht gleich
an der Komplexität eines Buchprojektes scheitern lies. Der Bann war
gebrochen und nun kann ich nicht sein, ohne dass ich nicht wieder an
irgendeinem Projekt arbeiten würde.
3. Woher nimmst du deine Inspiration?
Von den Menschen. Ich liebe es,
Menschen zu beobachten. Ich sitze gerne in einem Café in der Stadt
und beobachte. Wenn mir Verhaltensweisen auffallen, dann überlege
ich gleich, was dieser Person wohl geschehen könnte und wie sie
darauf reagieren würde. Daraus entstehen dann die Ideen.
4. Gibt es ein besonderes Ritual beim
Schreiben?
Ich schreibe am liebsten am Morgen. An
den Arbeitstagen stehe ich eher auf und schreibe eine Stunde, bevor
ich ins Büro gehe. Am Wochenende fahre ich zumeist in mein
Lieblingsfrühstücksbistro und schreibe dort. (siehe
http://www.coni.de/coni/vera/VeraBlog.nsf/dx/mein-schreibplatz.htm )
Ich mag es, wenn Leben um mich herum ist, während ich schreibe.
5. Was machst du, wenn du nicht mehr
weiterkommst beim Schreiben?
Dass ich nicht weiterkomme beim
Schreiben, kommt eigentlich kaum noch vor, nachdem ich gelernt habe,
mich immer nur auf die aktuelle Szene zu konzentrieren. Früher
wollte ich immer gleich das ganze Buch im Blick haben und das hat
mich total gelähmt. Jetzt habe ich zwar zuerst einen groben Plot,
eine Prämisse und ein Stufendiagramm, das in etwa den Spannungsbogen
beschreibt, aber wenn ich schreibe, denke ich da nicht sehr daran,
sondern schaue immer, was meine Figur just in diesem Moment an diesem
Ort tut. Dadurch komme ich immer irgendwie weiter. Wenn es blöde
ist, kann ich es ja danach wieder löschen. :-)
6. Nachdem ich das Buch nun gelesen
habe, frage ich mich durch was bzw. wie du auf die Geschichte mit den
Schicksalsboten gekommen bist.
Ich bin auf die Geschichte gekommen,
als ich es einmal eilig hatte und mit meinem Auto viel zu schnell die
Landstraße entlang fuhr. Plötzlich bog vor mir ein Traktor auf die
Straße ein. Ich musste bremsen und hinter diesem Traktor herzockeln.
Ich dachte mir in dem Moment, dass dies vielleicht ein Zeichen des
Schicksals war, nicht so zu hetzen, sondern es gelassener anzugehen.
Der Gedanke gefiel mir und ich überlegte, während ich so hinter dem
Traktor fuhr, dass dann der Fahrer ein Schicksalsbote sein müsste.
Allerdings wäre das dann ein richtiger Scheißjob, denn wie oft
hatte ich schon so einen Traktor fluchend überholt und keinen
Gedanken an das Schicksal verloren. Also müssten diese
Schicksalsboten ziemlich frustriert sein. Vielleicht würden sie sich
dann einfach mal an so einem nervigen Menschlein rächen wollen. Das
war die Grundidee zu "Rausgekickt: Weiße Sterne".
7. Zudem weiß ich nicht so recht, wie
ich mir die Schicksalsboten vorstellen muss. Das Aussehen muss ja
definitiv ein Mensch sein. Aber irgendwie noch ein bisschen "Engel"
mit drin oder so??
In meiner Vorstellung haben sind die
Schicksalsboten nicht genau beschreibbar, weil sie einfach niemandem
wirklich auffallen. Man vergisst sie sofort wieder. Kennst Du
wahrscheinlich, wenn Du mal über die Einkaufsstraße der Stadt
gelaufen bist. Du siehst Unmengen von Menschen, aber kannst Du Dich
da an jeden erinnern?
Engel sind sie aber definitiv nicht.
8. Wie lange hast du circa an dem Buch
geschrieben?
Mit dem Buch habe ich im Januar
begonnen und im September ist es dann herausgekommen. Ist also noch
überschaubar.
9. Das Buch läuft ja nicht über einen
Verlag. Du hast es in Amerika drucken lassen. Wie bist du zu dieser
Entscheidung gelangt, es ohne Verlag zu probieren?
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| Foto: Privat von Vera Nentwich |
Ich habe es über Amazon CreateSpace
veröffentlicht. Die drucken die Autorenbestellungen in den USA.
Bestellungen von Kunden werden in Leipzig gedruckt. Es ist ja nicht
so einfach, einen Verlag zu finden. Ich hatte es mit meinem ersten
Buch "Wunschleben" vergeblich versucht. Parallel habe ich
im Web viel zu den Möglichkeiten im Self-Publishing gelesen und fand
es sehr interessant, weil es mir die Freiheit bot, einfach alles, was
ich mochte, auszuprobieren und meine Erfahrungen zu sammeln. Also
entschloss ich mich, es einmal zu versuchen. Es hat dann sehr an
Dynamik gewonnen. Es macht mir einfach großen Spaß, mit den
Leserinnen und Lesern zu interagieren, zu bloggen, die Social Media
Kanäle zu bespielen und meine Ideen umzusetzen, wie ich es mag. Mein
erster Wunsch, einen Verlag zu finden, ist dadurch in den Hintergrund
geraten. Zuerst hatte ich auch nur an einen Versuch als eBook
gedacht, aber dann kamen immer mehr Anfragen, ob es auch als
klassisches Buch verfügbar wäre. So bin ich dann auf die
Möglichkeiten durch CreateSpace gestoßen. Ich arbeite gerade an
einem Krimiprojekt (siehe http://www.coni.de/coni/vera/VeraBlog.nsf/dx/buchprojekt.htm ).
Vielleicht werde ich das einem Verlag anbieten. Mal sehen.
10. Welche Bücher liest du selber,
wenn du Zeit und Lust dazu hast?
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| Vera bei einer Lesung, Foto: Rolf van Melis |
Zumeist stöbere ich durch den
Buchladen und lasse mich einfach anspringen. Es gibt ein paar Serien,
die ich gerne gelesen habe. Janet Evanovich mit ihrer Stephanie Plum
Serie zum Beispiel. Allerdings haben mir die letzten Bücher da nicht
mehr so gefallen. Sue Grafton und ihre Kinsey Milhone Serie habe ich
gerne gelesen. Ich muss mal sehen, ob es da was Neues gibt.
Allerdings bin ich keine typische Krimileserin. Mich interessiert
immer mehr die Hauptfigur als der Fall. Ich mag Stoffe, in die ich
mich hineinversetzen kann. Historische Geschichten oder Fantasy sind
daher nicht so mein Fall. Die Sachen von David Safier finde ich ganz
amüsant. Ich glaube, wir teilen die Vorliebe für überdrehte
Anfangsideen. Allerdings bin ich bei Safier zumeist von den Enden
enttäuscht. Es gibt ein paar Bücher, die ich fast regelmäßig alle
paar Jahre lese. „Girl“ von David Thomas gehört dazu und „Ein
Sommer in Sidney“ von Madeleine St. John. Wenn ich selbst gerade
mitten in einem Projekt stecke, kann ich zudem nicht viel lesen, weil
ich das Gelesene ständig mit mir und meinem Projekt vergleiche.
Ein großer Dank an Vera Nentwich für das Interview und den tollen Kontakt. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich schon sehr auf weitere Werke von dir!


