Sonntag, 9. Oktober 2016

Das Geheimnis der Mittsommernacht von Christine Kabus

Titel: Das Geheimnis der Mittsommernacht
Autor: Christine Kabus
Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: September 2016
Format: Taschenbuch, 656 Seiten
ISBN: 978-3404174034
Preis: 9,99 Euro

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Inhalt:
Zwei Familien im Schatten eines dunklen Geheimnisses …Norwegen, 1895. Im Bergbaustädtchen Røros begegnen sich zwei junge Frauen, deren Schicksal kaum unterschiedlicher sein könnte. Die Deutsche Clara ist ihrem Ehemann in dessen Heimatstadt gefolgt, wo sich dieser endlich mit seinen Eltern aussöhnen will. Doch die Ordals begegnen Clara und ihrem kleinen Sohn Paul mit unverhohlener Ablehnung. Als wenig später ein furchtbares Unglück geschieht, ist Clara plötzlich auf sich allein gestellt. Unerwartete Hilfe erfährt sie ausgerechnet durch Sofie, die Tochter des mächtigen Bergwerksbesitzers, dem die Ordals schon lange ein Dorn im Auge sind. Sofie empfindet ihr behütetes Dasein als goldenen Käfig und bewundert es, wie Clara ihr Leben meistert. Während Clara und Sofie zu Freundinnen werden, kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das ihre Familien seit Jahrzehnten überschattet …
(Quelle: Bastei Lübbe) 


Über die Autorin:
Christine Kabus, 1964 in Würzburg geboren, arbeitete nach ihrem Studium der Germanistik und Geschichte als Dramaturgin und Lektorin bei verschiedenen Film- und Theaterproduktionen, bevor sie sich 2003 als Drehbuchautorin selbstständig machte. Schon als Kind zog sie der hohe Norden, den sie zunächst durch die Bücher von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf kennenlernte, in seinen Bann. Vor allem die ursprüngliche, mythische Landschaft Norwegens beflügelte ihre Phantasie. Sie begann, die Sprache zu lernen und sich intensiv mit der Geschichte Norwegens zu beschäftigen. Ihr erster Roman IM LAND DER WEITEN FJORDE ist eine Hommage an dieses faszinierende Land.
(Quelle: Bastei Lübbe) 

Meine Meinung:
Die Autorin Christine Kabus hat es mal wieder geschafft, mich mit einem spannenden Buch über Norwegen zu fesseln.
Nachdem ich bereits "Insel der blauen Gletscher" von ihr gelesen habe, konnte ich nicht umhin auch dieses Buch von ihr zu lesen. 
Ihr Schreib- und Erzählstil ist einzigartig und sie schafft es durch bildliche Beschreibungen schnell einen Sog aufzubauen, der einem tief in die Handlung entführt. Man merkt die Liebe zu diesem Land in jedem Wort und in jedem Satz deutlich heraus.
Was mich am meisten an ihren Büchern fasziniert, sind die vielen kleinen Details und hervorragenden Nachforschungen die sie über Norwegen,die Menschen, Kultur und ihre Arbeitsgewohnheiten recherchiert hat.
Bei dieser Handlung, dreht sich viel um Bergbau und man erhält einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit und die Arbeitsbedigungen der Bergleute.
Aber auch die gesellschaftlichen Geplogenheiten und Standesunterschiede werden gut übermittelt und man kann sich wirklich ein detailiertes Bild davon machen. 
Der Einstieg in die Handlung ist mir durch die zwei parallel verlaufenden Erzählstränge am Anfang etwas schwer gefallen. Jedoch ging es mit zunehmender Geschichte immer besser. Zwar sind die Stränge gut sichtbar und auch stehen die beiden Namen der Protagonistinnen Sophie und Clara dabei, aber bis ich mich zwischen den beiden zurecht gefunden hab, hat es etwas gedauert. Die beiden Erzählstränge geben dem Leser einmal Einblick in die bessere Gesellschaft Norwegens in der Sophie lebt und den Einblick in die etwas schlechtere Schicht die aus Claras Sicht geschildert ist. Dadurch hat man immer den direkten Unterschied vor Augen und kann gut mitfühlen, wie schwer es jeweils für die beiden Frauen ist. 
Christine Kabus ist es sehr gut gelungen, den Leser immer wieder mit Geheimnissen, überraschenden Wendungen und eine verworrene Familiensituation ans Buch zu fesseln und keine Langeweile aufkommen zu lassen. 
Während Sophie in gutem Haus aufwächst muss sie sich um nichts sorgen. Allerdings merkt sie mit der Zeit, dass dies wohl nicht alles im Leben sein kann, als einen Haushalt zu führen und wünscht sich in einen Beruf. Die Handlungen, Gefühle und Gedanken von Sophie waren authentisch dargestellt und haben sie richtig menschlich wirken lassen. Ab und an hätte ich sie auch gerne mal geschüttelt um ihr die Augen in manchen Dingen zu öffnen. 
Ihre Schwester Silje ist das genaue Gegenteil von ihr und spielt sich gerne als Frau des Hauses auf. Mit Silje wurde ich das ganze Buch über nicht warm da man ihre falsche Art hinter jedem Wort gemerkt hat.
Dann gibt es noch Clara. Sie kommt nach Norwegen mit ihrer Familie und muss schnell feststellen, dass ihre Schwiegereltern nach einem Unglück nichts mit ihr oder ihrem Sohn zu tun haben wollen. Clara ist auf sich alleine gestellt und mich haben ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihren Willen stets beeindruckt. Sie findet ihren Weg für sich und ihren Sohn und lässt sich nicht unterkriegen.
Beide Frauen machen eine enorme Entwicklung während der Handlung durch und werden reifer und erfahrener. 

Fazit:
Überzeugende Charaktere, unterschiedliche Gesellschaftsschichten, Geheimnisse und Familientragödien machen diesen Roman zu einem wunderbaren Werk. Eine hervorragende Mischung aus Liebe, Trauer, Neid, Missgunst, Hoffnung, Familie und einen Neuanfang geben diesem Buch das besondere Etwas. 

5/5 Schmetterlingen