Titel: Vom Leben am Rand der roten ScheibeAutor: Kriemhild Frieda Maria Mader
Verlag: Edition Fredebold Verlag
Format: Taschenbuch, 416 Seiten
ISBN: 978-3944607177
Preis: 10,99 Euro
Homepage von Kriemhild Frieda Marie Mader
Inhalt:
„…Aus dem Osten kam sie, und der war für Ute eine rote Scheibe. Überstülpt von einem Himmelszelt voller revolutionär-sozialistischen Gedöns. Miefig war er, der Osten. Hätte sie irgendjemand wegen ihrer Herkunft bedauert, dann hätte der schon was zu hören gekriegt. Aber was sie wirklich schlimm fand, war die Tatsache, dass sie vom Rande dieser Scheibe stammte. Der verhinderte ja nicht nur den Absturz von ihr. Der grenzte Ute auch vom Rest der Scheibe aus…“Ein frischer authentischer Blick auf weithin unbekannte Grenzerfahrungen in der DDR: das Leben im Sperrgebiet – ein Gefängnis innerhalb des Gefängnisses – und auf die in mehreren „Säuberungsaktionen“ vom Unrechtsstaat verordneten Zwangsumsiedlungen.(Quelle: Edition Fredebold)
Kriemhild Frieda Marie Mader schildert den privaten, schwierigen wie gleichzeitig glücklich-behüteten Alltag in Kontrast zu den banal-bürokratischen Vergewaltigungen der eigenen Bürger im Sperrgebiet durch den „friedliebenden Arbeiter- und Bauernstaat“.
„Vom Leben am Rand der roten Scheibe“ bietet Geschichte(n) zum Anfassen. Wir erfahren Erstaunliches über die Wirkung staatlicher Willkür auf die innere Befindlichkeit der „ganz normalen“ Menschen im Osten Deutschlands, ihre persönliche Zerrissenheit und die spannenden wie verunsichernden Herausforderungen für den Einzelnen in der Nachwendezeit.
Dabei gibt die Autorin dem Leser einen tiefen Einblick in das Innere der Protagonistin, auf die Träume, Sehnsüchte und Wünsche, ihre Hoffnungen und Enttäuschungen, auf ihre Kraft und ihre Schwäche und schließlich auf ihre ganz eigenen Begrenzungen und weitere Schicksale ihrer Weggefährten.
Ein Zeitzeugenroman, der ohne vordergründige Sensationsgier unterhält, der durch den eigenen Sprachstil der Autorin fesselt und der aufklärt, ohne zu belehren.
Über die Autorin:
Kriemhild Frieda Marie Mader, Jahrgang 1959, wuchs in dem kleinen Ort Schlagsdorf in Mecklenburg-Vorpommern, im Grenzstreifen zur BRD, auf. Eine Kindheit und Jugend hinter den Mauern des Sperrgebiets, eine Heimat, die sie selbst mit Freunden und Schulkameraden nicht teilen konnte. Ein fremdbestimmtes Leben kennzeichnete ihren Weg. Dem Traum von einer Musikerkarriere ging sie aufgrund ihres damaligen angepassten und fügsamen Charakters nicht nach und studierte stattdessen Germanistik und Slawistik in Güstrow und Minsk. Sie unterrichtete an einer Schule in Berlin, doch nach der Wende orientierte sie sich neu. Nach der Trennung von ihrem Mann arbeitete sie kurzzeitig wieder als Lehrerin, entschied sich jedoch aufgrund der dauernden Befristungen und der erheblichen Herabstufung des Gehaltes endgültig gegen diesen Beruf.(Quelle: Edition Fredebold)
Buchtrailer:
Meine Meinung:
Das Buch hat mich sehr gereizt, da mein Mann auch aus der ehemaligen DDR kommt und ich es immer interessant finde, wie die damaligen Umstände waren.
Die Autorin hat einen wunderbaren Erzählstil bei dem man meint, sie säße einem gegenüber und erzählt nun ihre Erlebnisse. Dadurch gelang der Einstieg auch sehr gut.
Tolle detailierte und genaue Schilderungen der damaligen Begebenheiten vertiefen die Handlung und lassen einem noch näher an den Geschehnissen teilnehmen. Auch die bürokratischen Abläufe und der Alltag zu jener Zeit geben einen tollen Einblick. Man spürt richtig, dass damals keiner vor nichts und niemandem sicher war.
Die Kapitel sind stets mit Datum, Ort und der Begebenheit betitelt, so dass man weiß wo und was gerade stattfindet.
Unterstrichen wird die Handlung mit damaligen tatsächlichen "Aktionen" die vom Staat durchgeführt wurden und dazugehörigen Daten liefern noch mehr Fakten.
Zum Schluss findet man noch ein Glossar um die verwendeten Abkürzungen und Schlägwörter nachzulesen. Da muss man schon ab und an während des Lesens hinblättern, um das Verständnis zu erhalten.
Allerdings musste ich das Buch mit mehreren Pausen lesen, da es nicht in einem Rutsch möglich war.
Fazit:
Sehr gut geschilderte Verhältnisse und Erlebnisse zur damaligen Zeit die einem alles nochmal näher bringen und für diejenigen, die es selber nicht so mitbekommen haben, ist dies eine gute Möglichkeit einen tiefen Einblick zu erlangen.
| 4/5 Schmetterlingen |