Sonntag, 14. September 2014

Blogtour Interview - Tag 4 - "Das Haus am Alsterufer" von Micaela Jary

Heute ist die Blogtour zu "Das Haus am Alsterufer" bei mir zu Gast worüber ich mich sehr sehr freue. Das Buch hat mich sehr begeistert und die Rezension dazu findet ihr hier.
Ich durfte ein Interview mit Micaela Jary führen das ihr heute hier lesen könnt und natürlich könnt ihr auch bei mir was gewinnen. Aber dazu später.


Interview mit Micaela Jary



Micaela Jary, Foto: Privat von Micaela Jary

Kurzer Steckbrief:

Name: Micaela Jary
Wohnort: München und Berlin
Homepage: http://www.micaelajary.de/
bisher veröffentlichte Werke:
- Traumfabriken made in Germany. Die Geschichte des deutschten Nachkriegsfilms 1945 - 1960 (1993) ISBN: 978-3861242352 (HC/Sachbuch)
- Bleib bei uns, Salima! (1993) ISBN: 978-350549019 (Kinderbuch)
- Ich weiß es wird einmal ein Wunder gescheh´n. Die große Liebe der Zarah Leander (1993/2001/2004) ISBN: 978-3861241522 (HC/TB/Hörbuch/biografischer Roman)
- Die Figuren des Goldmachers (1997) ISBN: 978-3404126767 (TB)
- Charleston & van Gogh (1999/2001) ISBN: 978-354249766 (HC/TB)
- Die Pastellkönigin (2005/2014) ISBN: 978-3426196700 (HC/eBook only))
- Das Geheimnis Mona Lisa (2006) ISBN: 978-3831261475 (Hörbuch)
- Die geheime Königin (2007/2014) ASIN: B00K169U4A (TB/eBook only)
- Sehnsucht nach Sansibar (2012) ISBN: 978-3442476664 (TB/eBook)
- Die Bucht des blauen Feuers (2012) ISBN: 978-3442477142 (TB/eBook)
- Das Bild der Erinnerungen (2013) ISBN: 978-3442478859 (HC/TB/eBook)
- L´irresisitibile promessa della felicità (Juli 2014) ISBN: 978-8809786882 (Italienische Übersetzung von „Das Bild der Erinnerung“)
- Das Haus am Alsterufer (2014) ISBN: 978-3442480289
Unter dem Pseudonym Gabriela Galvani veröffentlichte historische Romane:
- Die Seidenhändlerin (2008) ISBN-13: 978-3746624679 (TB)
- Die Hüterin des Evangeliums (2010/2014) ASIN: B00I597CHM (TB/eBook only)



8 Fragen an die Autorin

1. Die Geschichte hattest du so ähnlich schon als Jugendliche bereits geschrieben, das Konzept ging dann allerdings verloren. 
Wie kamst du in dem Alter dazu einen historischen Roman zu schreiben? Worin bestand die Grundidee?
Nun, ich schreibe, seit ich schreiben kann. Deshalb war eine Familiensaga irgendwie eine für mich logische und konsequente Fortsetzung meiner bis dahin angefangenen Geschichten. Ich habe auch immer schon sehr viel gelesen. Als Teenager verliebte ich mich in „Des Königs General“ von Daphne du Maurier. So kam ich zu dem Wunsch, einen historischen Roman zu schreiben. Dann kam „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell dazu. Und natürlich „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann. Das mag jetzt wie eine etwas wilde Kombi klingen (ich könnte auch noch Tolstoi nennen), aber das waren so die Grundpfeiler meiner Karriere als Schriftstellerin. In Sachen „Alsterufer“ fing ich zunächst einmal mit einer Handlung an, die vor dem Hintergrund des Hamburger Brands 1842 spielte. Als ich so 16/17 Jahre alt war, sprach niemand über den Ersten oder Zweiten Weltkrieg. Das waren damals keine Themen, die man als Jugendliche für einen Roman verwertete.

2. Gab es einen Protagonisten den du zuerst im Kopf hattest und auf dem du die Geschichte aufgebaut hast?
Den Vater. Victor Dornhain war auch die zentrale Figur damals in meiner ersten Fassung.

3. Das "Hauptgerüst" hattest du noch im Kopf. Bist du beim erneuten Schreiben strukturiert vorgegangen (anhand von Stichpunkten / Erzählsträngen) oder hat es sich beim Schreiben ergeben?
Natürlich arbeite ich beim elften Roman anders als bei dem Jugendwerk eines vielleicht etwas verträumten Teenagers. Routine spielt schon auch im Autorenleben eine große Rolle. Es gab natürlich eine tragende Säule, das war das Expose. Ein weiteres Gerüst sind die historischen Daten. Da ich während des Schreibens weiter recherchiere und Basisliteratur lese, entwickeln sich dann manche Dinge währenddessen anders oder neu als ursprünglich geplant. Auch ist es ein wunderbares Gefühl, wenn die handelnden Figuren ein Eigenleben entwickeln. Insofern ergibt sich beim Schreiben immer wieder etwas, das vorher nicht so geplant war.

4. Wie lange hast du für den Roman gebraucht bis er fertig war? Wie viele Seiten wurden vernichtet und neu geschrieben?
Der Vertrag für diesen Roman wurde Ende Oktober 2012 geschlossen, das Manuskript gab ich Mitte März 2014 ab. Wie viele Seiten gelöscht wurden, kann ich nicht sagen. In einer Computer-Datei hat man da ja nicht so den Überblick wie früher auf der Schreibmaschine. Ich schreibe relativ druckreif, aber natürlich verschiebe ich Absätze, lösche, schreibe neu. Manchmal verwerfe ich auch ein ganzes Kapitel, wenn es danach nicht weitergeht und ich feststelle, der Fehler liegt in der Szene davor. Das sind ganz normale Dinge in einem professionellen Schreibprozess, denke ich.

5. Die im Buch beschriebenen Orte und Plätze kennst du persönlich, d.h. hast dort gewohnt bzw. sie besucht. Was hat dich dazu bewogen, diese persönlichen Dinge miteinfließen zu lassen?
Das war eine kleine Spielerei, die ich einfach lustig fand. Als ich nach Wohnungen für meine Protagonisten suchte, dachte ich mir, nimm doch einfach die Adressen, mit denen du dich am meisten selbst identifizierst. Es gibt eine ganze Menge Bezugspunkte in dem Roman zu meinem Leben: Die Szene im Café Luitpold in München etwa habe ich geschrieben, nachdem ich von einem Kolleginnen-Frühstück exakt dort zurück nach Hause kam. Und ich war zwischendurch aus mehrmals nebst Computer auf Sylt. Wie gesagt, das empfinde ich als amüsante Spielerei.

6. Welches ist deine Lieblingsstelle im Buch? Wo hattest du am meisten Schwierigkeiten beim Schreiben?
Am meisten Spaß hat mir Livis Hochzeitsnacht bereitet. Schwierig wird es für mich grundsätzlich immer dann, wenn Brutalität im Spiel ist. Um die Gefühle etwa der Soldaten im Ersten Weltkrieg beschreiben zu können, habe ich viele Briefe aus der Zeit gelesen. Da ich selbst mehrmals in Verdun war, habe ich eine gewisse Vorstellung von dem Grauen. Dazu dann die authentische Lektüre... das war schon hart. Vor allem, wenn man sich dann noch in die Menschen von damals hineinversetzen muss, um sie zu beschreiben. Das berührte mich schon sehr. Und das ist auch der Grund, warum es in meinem Roman keine unmittelbaren Kriegsszenen gibt.

7. Wo und wie schreibst du am liebsten? Mit Musik oder Ruhe? Draußen, drinnen oder gar im Cafe? 
Micaela Jary an ihrem Arbeitsplatz,
Foto: privat von Micaela Jary 
Ich wünschte, ich könnte wie Hemingway in einem Café sitzen und schreiben. Auch die Variante von Umberto Eco finde ich nicht schlecht, der seinen Roman „Der Name der Rose“ im Wartebereich von Flughäfen geschrieben haben soll. Aber leider zwingt mich meine Art zu schreiben nebst Basismaterial an meinen Schreibtisch. Allerdings habe ich einen Teil vom „Haus am Alsterufer“, wie gesagt, auf Sylt geschrieben. Kampen im Januar – das war toll, da war ich unglaublich kreativ. Eigentlich brauche ich Ruhe, Musik höre ich nur dann, wenn sie aus irgendwelchen Gründen zum Roman passt. Bei der Szene im Theater habe ich mir ständig die Ouvertüre des „Rosenkavalier“ angehört - und „Mondnacht auf der Alster“ des Hamburger Walzerkönigs Oscar Fetràs gehörte durchaus auch gelegentlich zum Repertoire.

8. Gibt es ein bestimmtes Ritual beim Schreiben?
Literweise schwarzer Tee und Schokolade gehören definitiv dazu. Irgendwie werde ich mit jedem Roman dicker. Tatsächlich hilft mir Süßes beim Denken. Und es ist ja bewiesen, was Schokolade im Gehirn bewirkt.


9. Kennst du das Problem der Schreibblockade? Wenn ja, wie gehst du damit um bzw. was machst du dann?
Natürlich kenne ich auch Momente, in denen mir nichts einfällt. Ich bin ja keine Maschine. Es bringt nichts, dann auf den Bildschirm zu starren, als würde dort gleich ein Wunder gescheh’n. Ich gehe dann meistens erst einmal mit meinem Hund um die Bäume. Wenn das den Kopf nicht freimacht für neue Ideen, müssen härtere Maßnahmen ergriffen werden: Shoppen oder ins Kino gehen, vielleicht auch einen Film auf DVD anschauen. Zuweilen hilft auch Kochen. Ich koche sehr gerne – und angeblich auch gut – und das hat den Vorteil, dass man sich auf seine Tätigkeit konzentrieren muss und gleichzeitig mit den Händen beschäftigt ist, Abschweifen ist am Herd schwierig. Durch dieses totale Abschalten gewinnt man aber schneller den Überblick für die Handlung, als wenn meine Gedanken ununterbrochen darum kreisen würden.


10. Arbeitest du schon an einem neuen Projekt? Oder gibt es bereits eine neue Idee für ein Buch?
Ja, ich schreibe gerade einen neuen Roman. Der wird im Sommer 2015 im Piper Verlag erscheinen. Es wird eine Geschichte wie „Das Bild der Erinnerung“ sein, die Handlung spielt also mehr oder weniger heutzutage und in Rückblenden in den 1940ger Jahren. Leider darf ich noch nicht mehr erzählen. Aber es wird ein sehr schönes Buch, glaube ich, und ich höre diesmal sehr viel Musik beim Schreiben.


Ein großer Dank an Micaela Jary für das Interview und den tollen Kontakt. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich freue mich schon sehr auf weitere Werke von dir! 


Der Trailer zum Buch:




Nun aber zum Gewinnspiel

Ihr müsst nicht viel machen um in den Lostopf zu kommen und dabei zu sein. Einfach einen Kommentar hier unter dem Beitrag schreiben und schon seid ihr dabei. Ich freue mich auf eine rege Teilnahme.
Das Gewinnspiel läuft bis 16.09.2014, 23:59 Uhr. Die Gewinner werden am 17.09.2014 auf allen Blogs bekannt gegeben.
Ich drücke euch die Daumen!

Folgendes könnt ihr gewinnen:


Drei signierte Bücher "Das Haus am Alsterufer"
 2 von diesen wunderschönen Tassen











1 Taschenspiegel mit schönem Motiv passend zum Buch


Wem diese Preise so gut gefallen, dass er sie auf jeden Fall haben möchte, kann sie gerne hier unter dem folgenden Shoplink bestellen: Fanshop "Das Haus am Alsterufer"


Hier noch einmal alle teilnehmenden Blogs auf einen Blick:

17.09. Gewinnerverkündung auf allen Blogs